Gesundheit Südtirol

Apotheker/in und Kunde: verdigitalisiert?

Die Digitalisierung macht auch vor Südtirols Apotheken nicht halt. Hat man noch vor einem Jahr den “Zettel” – das Rezept auf Papier – vorgelegt, wird heute gemailt oder in eigenen Patientenprogrammen des Hausarztes das Rezept über Smartphone bereitgestellt. Umstellen mussten sich nicht nur die Apotheken, sondern auch Arzt und Patienten.

Für Südtirols Apotheker scheint der anfängliche Fluch nun doch beinahe Segen zu sein. Während die Umstellung auf das digitale System anfangs etwas mühsam war, kommen jetzt die Vorteile zum Tragen. Der PC übernimmt die Kontrolle. Fehlerhafte Eingaben werden sofort im Keime erstickt. Apotheker muss sich nicht mehr so geflissentlich konzentrieren, das bedeutet ein mehr an Aufmerksamkeit für den Kunden.

Unbequemer geworden ist die Ausgabe eines rezeptpflichtigen Medikamentes ohne Rezept. War es einst so, dass der Kunde, wenn der Apotheke bekannt, auch mal seine Medikamente ohne Rezept erhielt, mit dem Versprechen, es tags darauf nachzureichen, bedeutet diese Gefälligkeit durch die digitale Ausrichtung ein höheres Risiko für die Apotheke. Rezeptpflichtige Medikamente dürfen nämlich nur dann ausgegeben werden, wenn eine Notsituation besteht, das heißt, der Kunde kann sich das Rezept nicht sofort verschaffen, braucht das Medikament aber zur täglichen Einnahme. In diesem Fall ist sowohl ein Befund oder eine Therapie-Bestätigung vorzulegen als auch eine schriftliche Erklärung auszufüllen und das Rezept ist selbst zu bezahlen.

Einige Medikamente sind auch davon ausgenommen, so zum Beispiel alle Medikamente mit Suchtpotential. Bleibt ein Patient in diesem Fall ohne Rezept und ist sein Hausarzt nicht erreichbar, muss er sich an den “Feiertagsarzt” wenden, welcher ihm dann nach einem Gespräch das Rezept ausstellen wird – oder auch nicht.

Bei Medikamenten mit Suchtpotential spitzen Apotheker und Ärzte ihre Ohren. Medikamentenmissbrauch im Sinne der Einnahme als Droge oder als Ersatzsubstanz oder auch in zu hohen Dosen ist nämlich auch in Südtirol ein Thema.

Noch nicht viel beschäftigt scheinen sich manche Apotheken mit den neuen Patientenprogrammen der Ärzte zu haben, zumindest sind ihnen diese teilweise noch unbekannt und es besteht Nachholbedarf. In diesen Programmen kann der Patient Termine anfragen, Befunde eingeben, Mitteilungen senden und Rezepte beantragen. Das Rezept selbst wird nach Genehmigung des Hausarztes als Dokument elektronisch übermittelt und kann so, auch ohne Ausdruck, der Apotheke vorgelegt werden.

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