Aktien start entwertet

1000 Aktionäre senden Beschwerde an Volksbank

Mehr als 2.000 Aktionäre der Volksbank haben dem Aktionärskomitee Südtirol unter dem Vorsitz von Walther Andreaus ihr Interesse bekundet, bei einer Schadenersatzklage gegen die Bank unterstützt zu werden. Die betroffenen SparerInnen haben im Laufe der Jahre Aktien der Volksbank für einen Wert von etwa 20 Millionen Euro erworben, wobei ihnen zum Zeitpunkt des Kaufs die extreme Solidität der Aktien und die Tatsache, dass sie ihren Wert im Laufe der Zeit beibehalten würden, zugesichert wurde. Die Aktien wurden u.a. zu - einem im Vergleich zum realen Wert - überhöhten Preis abgegeben und haben sich im Verlauf der Zeit stark entwertet, sodass den Aktionären ein Schaden von auch mehr als 50% entstanden ist.

Aber das ist noch nicht alles. Wie der Verbraucherschutzverein Robin in einer Aussendung informiert, sind die Volksbank-Aktien  praktisch unverkäuflich, da wiederholte Versuche, sie zu verkaufen, gescheitert sind. Darüber hinaus wurde die Bank in mehr als 30 Entscheidungen des Arbitro per le Controversie Finanziarie (Schiedsgericht für Finanzstreitigkeiten) bei der Consob (das so genannteACF-Finanzschiedsgericht) zur Zahlung von Schadensersatz wegen Verstoßes gegen die Vorschriften des Gesetzes über die Finanzintermediation verurteilt. Diese Entscheidungen sind jedoch für die Bank nicht bindend, und so wurde für eine von ihnen eine einstweilige Verfügung beim Gericht in Rom beantragt, die diese auch sofort erließ. Die Bank zahlte in der Zwischenzeit, um die Vollstreckung zu vermeiden.

Von den ca. 2.000 SparerInnen, die um die Unterstützung durch das Komitee gebeten haben, haben bereits weit über 1.000 die Vollmacht an Rechtsanwalt Prof. Massimo Cerniglia und Rechtsanwalt Alessandro Caponi unterschrieben, um eine Beschwerde an die Bank zu schicken. Dabei werden von der Bank die Vertragsunterlagen und die Zahlung von Schadensersatz gefordert. Am Mittwoch (9. Juni 2021) haben daher die zuständigen Anwälte über PEC der Volksbank eine MAXI-BESCHWERDE für mehr als 1.000 Aktionäre zugestellt. Die Bank hat nunmehr eine Frist von 60 Tagen um zu reagieren. Aufgrund der Antwort und der Prüfung der Dokumente wird der Rechtsausschuss unter dem Vorsitz von Prof. Massimo Cerniglia entscheiden, welche rechtlichen Schritte einzuleiten sind. Jeden Tag erhält das Komitee Dutzende von Vollmachten für Beschwerden, und es wird erwartet, dass bis zum Sommer mehr als 2.000 Beschwerden an die Bank übermitteln werden. "Die Volksbank sollte angesichts der Dutzenden von ungünstigen Entscheidungen des ACF und des laufenden Rechtsstreits ernsthaft darüber nachdenken, die Angelegenheit mit vereinbarten Entschädigungsverfahren zulösen", so der Verbraucherschutzverein Robin.

Präsident Andreaus lädt jedenfalls alle Volksbank-Aktionäre ein, eine Interessensbekundung an die Email-Adresse zu senden: comitatoazionistisuedtirol@gmail.com, wobei in der Betreffzeile "VOLKSBANK-AKTIEN" und im Text der E-Mail anzugeben sind: Name; Nachname; Steuernummer; Geburtsort und -datum; Wohnanschrift; Kaufdatum, Gesamtanlagebetrag, Anzahl der Aktien und durchschnittlicher Kaufpreis; E-Mail und Telefonnummer (Festnetzund/oder Mobil).

VOX News Südtirol / ja