Baumfällungen in Meran

"Antworten der Gemeinde haben nicht alle Zweifel ausgeräumt"

In Meran wurden unlängst Baumfällungen vorgenommen, welche - wie in der Karl-Wolf-Straße geschehen - nicht von allen Bürgern nachvollzogen werden. Josefa Brugger, Gemeinderätin und Kandidatin der Freiheitlichen in Meran, wollte von der Gemeinde Meran Aufklärung. Die Antwort der Gemeinde war jedoch nicht zufriedenstellend, wie die Freiheitlichen Südtirols in einer Aussendung schreiben.

Gemeinderätin Josefa Brugger. Fällung von Linden in der Meraner Karl-Wolf-Straße. Bildquellen: Bild mit Baumstumpfen - Facebook/Corrado Poletti, Josefa Brugger (Facebook)

Bereits 2016 waren die Holzfäller in der Meraner Karl-Wolf-Straße unterwegs. 39 Linden wurden damals geschlägert. Viele Meraner Bürger haben sich seinerzeit über die Maßnahme der Gemeinde Meran und der Stadtgärtnerei geärgert, denn die Karl-Wolf-Straße ist die längste Lindenallee Südtirol und sie bestand aus 358 Linden. Die Direktorin der Meraner Stadtgärtnerei, Anni Schwarz, legte seinerzeit in einem Brief an ein Gemeinderatsmitglied die Gründe für das Fällen dar. Demnach lagen die Probleme der Garaus gemachten Bäume im Kronenbereich. Laut Schwarz hatten die Bäume ihr Alterslimit erreicht (80-90 Jahre laut Jahresringzählung). Auch würde es sich nicht um Sämlinge, sondern um auf einer Unterlage aufgepfropfte Bäume von minderer Qualität handeln. Dabei werden Linden unter optimalen Bedingungen bis zu 300 Jahre alt (Dorflinde von Aicha, Schalders, Prachtlinden am Unterfennberg).

Und was die im Januar 2020 gefällten zehn Linden beim Karl-Wolf-Parkplatz betrifft? Auch dafür hat Anni Schwarz eine Erklärung. So sei die Kronenauslichtung bei diesen Bäumen ersichtlich gewesen. Die Fällungen erfolgten daher aus Sicherheitsgründen (fallende Äste aus großer Höhe gefährden Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer). Das Zurückschneiden hätte das Absterben der Bäume auf längere Sicht nicht verhindern können. Außerdem schreibt die Direktorin der Meraner Stadtgärtnerei, dass alle Bäume nun durch Silber-Linden (Tilia tomentosa) ersetzt werden würden. Diese Lindengattung sei weniger anfällig auf Blattlaus- und Milbenbefall.

Für die Freiheitlichen in Meran, konkret für die Meraner Gemeinderätin Josefa Brugger, keine zufriedenstellende Antwort. Sie kann nur feststellen, dass die Baumfällungen in Meran die Gemüter erregen. Die Bürger zweifeln an der Notwendigkeit der vielen Fällungen, schreiben die Freiheitlichen in einer Aussendung. 

Zuvor hatte Josefa Brugger im Zusammenhang mit der Zunahme von Baumfällungen in Meran zunächst eine Dringlichkeitsanfrage mit mündlicher Beantwortung an die Stadtregierung gestellt. Die zuständige Stadträtin, Gabi Strohmer, antwortete, so die Freiheitlichen in ihrer Aussendung, dass für die Ausstellung zur Genehmigung der Baumfällung im privaten wie im öffentlichen Bereich die Stadtgärtnerei aber auch das Forstamt zuständig seien. "Gutachten über den Zustand eines Baumes dürfe auch eine private Fachperson erstellen. Zudem gebe es die neue Baumpflegeordnung, an die man sich strikt halte. Sollte jemand Fragen dazu haben, könne er sich gerne an das zuständige Amt, bzw. an die Direktorin der Stadtgärtnerei, Frau Anni Schwarz, wenden", ließ die Stadträtin wenig zufriedenstellen wissen.

Wie die Freiheitlichen mitteilen, wird Josefa Brugger, nachdem diese Antworten für die Freiheitlichen nicht alle Zweifel ausgeräumt haben, sich in dieser Angelegenheit weiter um Aufklärung bemühen.

VOX News Südtirol / ts

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