Art Innsbruck 2020 - Teil 1: Highlights und Betrachtungen

Seit 24 Jahren leistet sich die Tiroler Landeshauptstadt eine Kunstmesse, die inzwischen zu den wichtigsten Ereignissen in Österreichs Kulturleben zählt: die ART Innsbruck International. Auch heuer hat Gründerin und Direktorin Johanna K. Penz eingeladen, und gekommen sind über 100 Galerien mit über 300 Künstler. In den Räumlichkeiten der Messehalle A tummelten sich 4 Tage lang, vom 16. bis 19. Jänner, viele Kunstbegeisterte, Sammler und Laien, Prominenz und Adabeis vor und in den 88 Kojen der Aussteller.

 

I – Preview

Das herausragende Ereignis schlechthin ist die sogenannte Preview, also quasi die “opening ceremony” am Vortag der Eröffnung, zu der nur speziell geladene Gäste ihr “Schaulaufen” veranstalten, ein “must” für die städtische Prominenz aus Politik, Gesellschaft und Kultur. Damen in eleganter bis origineller Kleidung, Herren in Smoking, Tracht oder Jeans: auch ein kleiner Jahrmarkt der Eitelkeiten …

Die Eröffnungsrede hielt die Kulturlandesrätin Beate Palfrader; es gab Flötenmusik und eine Performance – durchaus sehenswert was als “Silhouette” multimedial dargeboten wurde, viele Dankes- und Lobes-Worte, Freigetränke und kleine Schmankerln. Natürlich ist es auch ein großes “Freundes”-Treffen und Händeschüttel-Fest, man trifft sich vorher oder nachher bei den Ausschanks von Piegger oder Roch und zwischendurch im ArtCaffe.

Aufregend ist das Flanieren zwischen den Kojen und das Schauen, wer was wen heuer ausgestellt hat. Und das ist nicht nur viel, sondern höchst qualitätvoll. Es gibt drei Sonderschau-Präsentationen: die Berliner BLNAC zeigt Werke von Peer Kriesel, die ArtSouthAfrica aus Kapstadt zahlreiche Kunstwerke von 9 Künstlern aus einem für hier bisher unentdeckten Kunst-Kontinent und als absolutes Highlight stellt die Galerie WOS aus dem Schweizer Pfäffikon den renommiertesten Teilnehmer, John Kiki, einen in England lebenden Zyrioten, der auf dem internationalen Kunstmarkt bereits eine “große Nummer” ist.

Was mir heuer besonders aufgefallen ist: wie sehr italienische Galerien und Aussteller vertreten sind (insgesamt 14, sie stellen nach den Österreichern das größte Kontingent), darunter durchaus bekannte wie Artexpertise aus Florenz oder Prince Art aus Salerno. Auch die Zeitschrift Biancoscuro ist mit einem Stand vertreten, der ihren Wettbewerb bewirbt. Es sieht so aus, als drängten sie verstärkt auf den mittel- und nordeuropäischen Kunstmarkt.

Selbstredend sind viele “alte Bekannte” da, wie die ArtInnovation aus Innsbruck – zum Teil auch mit vielen deutschen Künstlern – sowie die Galerien Depelmann aus Langenhagen und Dikmayer aus Berlin mit ihrem bewährten Programm. So ist nahezu alles zu sehen, was als Gegenwartskunst firmiert, inklusive “klassische Moderne” und Pop-Art, sei es gegenständlich sei es abstrakt.

Der Rundgang hat sich gelohnt. Ich werde über die Südtiroler auf der “Art” und über einige internationale Ansätze gesondert berichten, also: Fortsetzung folgt!

Amante Arte

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