Art Innsbruck 2020- Teil 2: Resümee

Fabio Giocondo, Agropoli: Testa EZ2, Öl auf LeinwandMit mehr Zuspruch denn je und durchwegs guten Verkaufsumsätzen ist die ART Innsbruck am Sonntagabend entgegen allen Vorzeichen als eine der erfolgreichsten Messen ihrer 24-jährigen Geschichte zu Ende gegangen. Bereits am Eröffnungsabend zeichnete sich eines klar ab: Das Tiroler Publikum liebt diese Innsbrucker Institution und will sie auf keinen Fall missen. Die Soirée wurde regelrecht gestürmt, und Messedirektorin Johanna K. Penz selbst nahezu unentwegt von Besucher/innen angesprochen, die sie zu diesem unvergleichlichen Phönixauftritt beglückwünschten. Das Durchhalten und unbeirrte Weitermachen habe sich ausgezahlt. "Wir sind stärker da als je zuvor, das war zweifelsohne eine unserer erfolgreichsten Messen", strahlte Penz. Kein Wunder, konnte sich doch das Programm durchaus sehen lassen: neben der großen Personale von John Kiki stach auch die Sonderschau "Art South Africa" aus Kapstadt hervor. Die bei uns nahezu unbekannten Künstler - es waren Kunstwerke von 9 von ihnen - zeichnen sich alle durch Originalität und hohen technischen Standard aus. Hervorzuheben sind Corné Eksteen, 55 Jahre, ihr Doyen, renommierter Porträt-Maler aus Durban, der sein Werk in "Kapitel" einteilt und ca. 35 Werke dazu schafft. Ferner sind die Werke von Sara Gaqa, einer 40-jährigen Zulu-Malerin mit iranisch-deutschen Wurzeln zu erwähnen, die durch ihre Porträtreihe afrikanischer Frauen hervorsticht. Und auch die Malerei von Mandlenkosi Mavengere aus Johannesburg, mit 25 Jahren der jüngste von ihnen, Meisterschüler des legendären Kentridge, der seine durchaus kritischen Porträts auf Abbildungen von Geldscheinen auf Linol druckt. Selbstverständlich war auch Südtirol vertreten, und zwar die Grödner Galerie Unika mit ihren Künstlern Werner Dejori, Helmar Demetz, Hubert Mussner, Walter Pancheri, Roland Perathoner und Alfons Runggaldier, die sich in diesem internationalen "Konzert" durchaus behaupten konnten, wobei neben den auf Fotogrundlage gestalteten Bergwelten Dejoris besonders die gefinkelten hochelaborierten Skulpturen Peratoners und Runggaldiers hervorstachen. Und auch der Luttacher Bildhauer Friedrich Feichter stellte seine überlebensgroßen beeindruckenden Plastiken aus. Der Ahrntaler hat es ja längst in die internationale Liga geschafft und wird von Galerie WOS aus dem Schweizer Päffikon protegiert. Alfons Runggaldier aus Gröden, Skulpturen, Vieles wäre noch zu entdecken und besprechen, so zum Beispiel die ungeheuer wirksamen, fast an Francis Bacon gemahnenden Bilder des Süditalieners Fabio Giocondo - der von der Kärntner Galerie ITV präsentiert wurde - oder die grandiosen Mädchen-Körper der Schweizerin Sibylle Will, unergründlich in ihrer traurigen Schönheit. Oder die von der Lakeside Galerie Sussi Hodels aus der Schweiz gezeigten Werke, die sich durch ihre Vielfalt in Form und Technik auszeichneten. Wie geht's weiter mit der ART? Unbeirrt weitermachen bleibt die Devise der engagierten Kunstmesse-Macherin Penz. Schon am Schlusstag kündigte sie die Fortsetzung für 2021 an. Die ebenfalls von ihr initierte ART Salzburg Contemporary soll im Herbst stattfinden. Man kann ihr dazu nur „Glück und Spucke“ wünschen! Amante Arte, 25.01.2020Kunst aus Südafrika: Mandlenkosi Mavengere aus Johannesburg

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