Du bist groß und ich bin klein

Auf den Berg mit Respekt und Köpfchen

Immer wieder ist letzthin von tödlichen Bergunfällen die Rede. Ein großartiges Freizeiterlebnis wird zum Verhängnis und beendet das Leben vorzeitig. Gerade das macht betroffen. Niemand muss auf schöne Aussicht und ein Erfolgserlebnis am Berg verzichten, aber Vorbereitung und Vorsicht seien geboten, sagt Robert Sartori von der Südtiroler Bergrettung.

"Erst besinn’s, dann beginn’s." Jede Bergtour sollte zuallererst gut vorbereitet und geplant werden, so Robert Sartori von der Leitstelle Vilpian des Bergrettungsdienstes im Alpenverein Südtirol. Dabei seien gerade auch die Tageszeiten zu berücksichtigen, im Hinblick auf die Gewitterneigung am Nachmittag und Abend. Wer früh startet und am Nachmittag wieder zurück ist oder in Sicherheit, minimiert die Gefahr, von einem Unwetter überrascht zu werden, schon mal eine gute Voraussetzung.

Ebenso wichtig sei die geeignete Ausrüstung, die natürlich vom Vorhaben abhängt. Gutes Schuhwerk mit harter Sohle ist in jedem Fall Voraussetzung. Nicht vergessen werden sollten zudem ein Erste-Hilfe-Set und eine Stärkung. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr, auch während der Tour, sei unerlässlich, um der Erschöpfung und einer Dehydrierung vorzubeugen.

"Die meisten Unfälle passieren dann, wenn der Körper übermüdet ist und die Aufmerksamkeit schwindet", erklärt Sartori. "Viele muten sich körperlich viel zu viel zu. Sobald man merkt, dass man erschöpft ist oder Schwierigkeiten hat, sollte man eine Pause machen, sich in den Schatten setzen, Wasser trinken. Auch wenn die geplante Tour sich generell als Überforderung herausstellt, solle man dazu stehen und lieber den Rückweg antreten."

Auf den eigenen Körper zu hören, seine Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen und auf jeden Anflug von Größenwahn zu verzichten, kann das Leben retten. Dabei hänge die eigene Leistungsfähigkeit auch von der Tagesverfassung ab, was erklären würde, dass sich manchmal sogar geübte Berggeher überschätzen.

"Bereits der Höhenunterschied kann eine Herausforderung für den Körper sein, vor allem, wenn man es nicht gewohnt ist. Kardiologische Schwierigkeiten gibt es am Berg nur allzu oft", sagt Sartori.

Eine Hilfe im Notfall: die App "SOS EU ALP". Diese Handyapplikation für Notrufe ist ein Gemeinschaftsprojekt von Zivilschutz in Südtirol, Leitstelle Tirol und Freistaat Bayern. Die App funktioniert in allen drei Regionen, unabhängig vom jeweiligen Netz. "Wenn ich den Notruf wähle, ganz egal, wo ich gerade bin, komme ich immer zu der jeweils zuständigen Leitstelle. Das ist auch für die Bergrettung eine große Hilfe, denn die Daten werden 1:1 an die Bergrettung weitergeleitet", so Sartori.

Mit Überlegung und Respekt, mit richtiger Selbsteinschätzung, einem guten Körpergefühl und geeigneten Vorsichtsmaßnahmen ließe sich also so mancher Unfall vermeiden. Wer sich die App "SOS EU ALP" herunterladen möchte, kann dies unter folgenden Links tun:

  • App „SOS EU ALP“ Android:  Download – hier
  • App „SOS EU ALP“ IOS: Download – hier

 

 

VOX News Südtirol / Karin Renee Egger

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