Durchdachte Mobilitätspolitik

Grüne: "Stillstand? Im Gegenteil!"

Wie die Grüne Fraktion in einer Aussendung an die Presse mitteilen, hat Merans Bürgermeister Paul Rösch auf die Angriffe der SVP in Sachen Mobilitätspolitik reagiert und lässt diese nicht auf sich sitzen. "Ich traue mich zu behaupten, dass wir die ersten waren, die nach Jahren des Stillstands eine durchdachte, konsequente Mobilitätspolitik für Meran betrieben haben", äußert sich Bürgermeister Rösch.

Bild: "Masterplan Mobilitätszentrum Meran" von Architekt Hubert Schlögl, der mit diesem Projekt den Wettbewerb gewann.

Küchelbergtunnel, Kavernengarage, Mobilitätszentrum: Gerade bei den Großprojekten werfe die SVP dem Bürgermeister – mit dem sie seit fünf Jahren in der Stadtregierung sitzt – Versäumnisse oder gar Verhinderungspolitik vor. So seien es die Grünen gewesen, die den Küchelbergtunnel über Jahre verhindert hätten. "Dieser Vorwurf kommt von einer Partei, die jahrzehntelang in Bozen und Meran regiert hat, also mindestens 30 Jahre Zeit gehabt hätte, den Tunnel voranzubringen", so Rösch. "Dass er noch nicht steht, ist einzig und allein den Unstimmigkeiten innerhalb der Meraner SVP und zwischen den ehemaligen Stadtregierungen und der Landesregierung geschuldet", muniert Rösch weiter.

Falsch sei auch, dass er – Rösch – gegen den Tunnel gewesen sei. "Ich war dagegen, dass man ihn als mobilitätspolitisches Allheilmittel sieht", so der Bürgermeister. "Der
Küchelbergtunnel hat für mich nur Sinn, wenn er mit der Kavernengarage kombiniert wird und dadurch die Stadt nicht nur vom Durchzugsverkehr aus dem Passeier und Tirol befreit wird, sondern auch von den Fahrzeugen der Besucher aus den umliegenden Dörfern", so Rösch. Eine seiner ersten Amtshandlungen sei daher der für einen Tunnel-Baubeginn nötige Grundtausch mit dem Land und die darauf folgende Verlegung des städtischen Bauhofs gewesen. "Dieser Tausch ist zuvor jahrelang liegen geblieben", so der Bürgermeister.


Auch die Kavernengarage habe erst in den letzten Jahren Gestalt angenommen. "Wir waren es, die die Ausschreibung auf den Weg gebracht und damit die Voraussetzungen für den Bau der Garage geschaffen haben", erklärt der Bürgermeister. In der Ausschreibung sei auch der Platz für die Anbindung einer künftigen Seilbahn nach Schenna und Dorf Tirol vorgesehen.


"Diese beiden straßenunabhängigen Verbindungen sind die wirklichen Zukunftsprojekte für unsere Stadt", so Rösch, dem es gelungen ist, erstmals einen Konsens mit den Nachbargemeinden zu finden und diesen gemeinsam gegenüber dem Land zu vertreten. Was schließlich das Mobilitätszentrum am Meraner Bahnhof betrifft, so habe es zwar ein Projekt der Vorgängerregierung gegeben, diesem sei aber weder ein verkehrstechnisches noch ein städtebauliches Konzept zugrunde gelegt worden. "Mit einer einfachen Vergrößerung des Busbahnhofs ist es nicht getan und die geplante Untertunnelung der Europaallee hätte nur noch mehr Verkehr in die Stadt und vor allem in das Wolkensteinviertel gelockt", so Rösch. "Dieses Projekt hätte den Versuch konterkariert, die Stadt durch den Küchelbergtunnel zu entlasten."
Um dieses Manko zu beseitigen, habe der Stadtrat unter Einbeziehung der Meranerinnen und Meraner ein umfassendes Verkehrskonzept entwickelt, auf dem auch das im Herbst vorgestellte Projekt des Mobilitätszentrums ruhe. Es sieht eine Neugestaltung des gesamten Areals um Prader Platz, IV. November-Straße und Europaallee vor: mit einer Tiefgarage, einem neuen Busterminal, einer Anbindung an den Bahnhof und an die Radwege, Kurzzeit-Parkplätzen, einem Taxistand, Vorzugsspuren für die Öffis sowie einer Halle, in die der bisher am Prader Platz abgehaltene Markt übersiedeln kann. "Letzterer Punkt ist auch der einzige, den das Land an unserem Projekt beanstandet hat", so Rösch. Zur Schaffung der Markthalle müssten die Bushaltestellen tiefergelegt werden und gegen diese Tieferlegung spreche sich das Land aus. "Die Verhandlungen laufen und dass ein solches Projekt nicht in wenigen Wochen über die Bühne gebracht werden kann, müsste auch die SVP verstehen", so der Bürgermeister. "Vor allem, nachdem man selbst über viele,
viele Jahre vorgemacht hat, wie mobilitätspolitischer Stillstand aussieht."
 

VOX News Südtirol / nb

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