Kein "grünes Herz" für mehrsprachige Schule

Die Kritik der Süd-Tiroler Freiheit an der Forderung der Grünen nach einer mehrsprachigen Schule in Südtirol wird auch vom Sprachwissenschaftler und STF-Pressesprecher Cristian Kollmann kritisiert. Kollmann sagt plakativ: "Die Grünen wollen der Autonomie das Herz herausreißen!" Der STF-Mann und Sprachwissenschaftler Cristian Kollmann, ortet, wie er in einer Aussendung mitteilt, bei den Grünen aufgrund ihres neuerlichen Vorstoßes "ideologisch motivierten Fanatismus", der darauf abzielen würde, Minderheitensprachen im fremdnationalen Staat Italien an den Rand zu drängen und damit den Minderheitenschutz obsolet zu machen. Es sind dies harte Worte die der politische Exponent der Süd-Tiroler Freiheit für den am Donnerstag von der Grünen Fraktion vorgestellten Gesetzesentwurf zur Schaffung einer mehrsprachigen Schule als Zusatzangebot (VOX NEWS Südtirol berichtete) findet. Aber ganz offensichtlich ist das Thema "mehrsprachige Schule" für die liberal-patriotische Bewegung ein rotes Tuch. Ein weiß-rotes Tuch um es genau zu sagen. Und ganz offensichtlich passt - um bei den Farben zu bleiben - die grüne Farbe absolut nicht in dieses Denkmodell. Aber es geht hier nicht um Farben, sondern, so sieht es die Süd-Tiroler Freiheit, um Grundlegendes, um die Beständigkeit und Einheit der deutschen Volksgruppe - geschützt durch das Südtiroler Autonomiestatut. Für Kollmann ist klar: Die von den Verdi-Grünen-Vërc beschworene Freiwilligkeit des Besuchs von mehrsprachigen Schulen sei lediglich ein pseudowissenschaftlicher Deckmantel. Worum es den Grünen langfristig ginge, sei die Etablierung und gesetzliche Festschreibung einer vierten – gemischtsprachigen – Sprachgruppe in Südtirol, die in Zukunft das Idealbild des Südtiroler Bürgers repräsentieren soll: mehrsprachig-altoatesinisch, unter klarer Vorherrschaft der Italianität. Auf Schüler, die nur rein deutsche Schulen werden besuchen wollen, soll unterschwellig Druck ausgeübt werden, indem man versucht ihnen einzureden, dass einsprachige Schulen nicht mehr zeitgemäß seien, kritisiert Kollmann. Und Kollmann pa­ra­phra­sie­rt den Vorstoß der Grünen mit einer abschließenden Warnung: "Der Hang der Grünen zum Mehrsprachigkeitsimperialismus und muttersprachlichen Raubbau wird regelrecht pathologisch und nimmt fast schon sektenartige Züge an. Der Südtiroler Autonomie wollen die Grünen ausgerechnet das Herz, das ist die muttersprachliche Schule, herausreißen. Davor muss eindringlich gewarnt werden!"

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