Schloss Kastelbell im Vinschgau

Kulturelle Veranstaltungen regen zum Besuchen an

Es lockt die malerische Kulisse eines am linken Etsch-Ufer gelegenen Schlosses, das sich auf einem massiven Felsblock erhebt. Als besonderes Schmankerl der Südtiroler Kulturlandschaft ist das Schloss als Location prädestiniert für kulturelle Events und Schlossführungen für Groß und Klein. Gerade in COVID-19-Zeiten ist es umso wichtiger zu wissen, welche landschaftlichen, kulinarischen und auch kulturellen Highlights sich in der näheren Umgebung finden und Vorort genossen sowie bestaunt werden können. Eine ganz besondere Perle der Südtiroler Kultur soll heuer im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen: Schloss Kastelbell im Vinschgau.

Das Schloss Kastelbell oder "Schöne Burg", dessen lateinischer Name auf den großen Einfluss der französischen Hofkultur verweist, wurde von den Herren Montalban, einem welfischen Adelsgeschlecht, auf einem markanten Felsvorsprung am linken Ufer der Etsch erbaut. 1238 wurde der imposante Bau erstmals urkundlich erwähnt, sodass dieses Datum als terminus ante quem für dessen Erbauung dient, was bedeutet, es muss bereits zuvor bestanden haben. Dieses vormals sehr mächtige Adelsgeschlecht wurde nach 1200 von den Grafen von Tirol bekämpft. Schloss Kastelbell kam in den Besitz der Tiroler Landesfürsten. Seit etwa 1300 war Kastelbell auch Sitz einer Gerichtsbarkeit und wurde an verschiedene Adelsfamilien verliehen. Es handelt sich demnach um ein Lehnsschloss. Zahlreiche Besitzerwechsel prägten die Geschichte des Schlosses bis es 1531 in die Hände der Familie Hendl kam, wobei mit diesem Besitzerwechsel auch ein Schuldenstreit beginnt, der erst 1956 mit der Übernahme der Bausubstanz durch den italienischen Staat sein Ende fand. Am Ende eines sich über Jahrzehnte hinziehenden Gerichtsvorganges, bei dem Graf Siegmund von Hendl und die Republik Italien um den Besitz des Schlosses rangen, wurde schließlich ein Vergleich geschlossen, der dem Staat den Erwerb des Schlosses möglich machte. Unter der Familie Hendl erhielt das Schloss seine heutige Gestalt. Elvira von Hendl ist erst 1998 gestorben.

Anfang des 19. Jahrhunderts hat das Schloss zwei Brände erlebt (1813/1824), sodass das Schloss einer Restaurierung unterzogen werden musste, auch weil Steine drohten, auf die Straße zu stürzen. Die Restaurierungsarbeiten zogen sich von 1987 bis 1995, wobei die Grafen Hendl nur einen kleinen Teil von Kastelbell zu Wohnzwecken wiederaufbauten und das Schloss somit dazu bestimmt war, zur Ruine zu verfallen.

Heute d.h. seit 1999 verwaltet ein genossenschaftliches Kuratorium das Schloss, zu dessen ältesten Bauelementen ein romanisches Tor und die rußgeschwärzte Burgküche gehören.

Seit 2008 ist das Schloss Kastelbell wieder im Besitze des Landes Südtirol, da es vom italienischen Staat zurückgegeben wurde. Die "schöne Burg" dient als Ort für kulturelle Events und Schlossführungen, die in der Zeit vom 14. Juli bis einschließlich 06. September 2020 angeboten werden und zwar täglich, außer montags (Ruhetag). Die Führungen finden jeweils um 11 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr und um 16 Uhr statt.

Zu den absoluten Highlights der Sehenswürdigkeiten gehören die Burgkapelle mit ihren Fresken aus dem frühen 14. Jh. und Mitte 16. Jh. Die im Jahre 2001 umfassend restauriert worden sind sowie die sogenannte "alte Kuchl" im Südtrakt, die neu restaurierten Säle im Palas und der Innenhof. Sowie die Dauerausstellung "Via Claudia Augusta" - eine römische Hauptstraße durch den Vinschgau.

VOX News Südtirol

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