Neugestaltung liefert Gesprächsstoff

Meran: Obere Freiheitsstraße - Bürgerrat redet mit

Für die Neugestaltung der oberen Freiheitsstraße geht die Stadt Meran neue Wege. So hat der Stadtrat am Dienstag, 15. September nicht nur die technischen Voraussetzungen festgelegt und den Planungswettbewerb auf den Weg gebracht, sondern auch den Grundstein für ein ganz neues partizipatives Verfahren gelegt: den Bürgerrat.

Die Neugestaltung der oberen Freiheitsstraße liefert schon seit einiger Zeit Gesprächsstoff, auch weil es unterschiedliche Vorstellungen ihrer künftigen Nutzung gibt, wie die Grünen in einer Pressemitteilung feststellen. Der Stadtrat hat heute zunächst einmal eine Reihe technischer Hürden aus dem Weg geschaffen. So wurden die Infrastrukturkosten festgelegt, etwa jene für Wasserleitungen, Glasfaserverbindungen, die Oberflächengestaltung und Grünanlagen. Zudem wurde der Planungswettbewerb durch die Genehmigung der Wettbewerbsbedingungen lanciert.

In den Bedingungen ist indes ein ganz neues Instrument der Bürgerbeteiligung vorgesehen: der Bürgerrat. "Dass wir zu allen großen Vorhaben Bürgerversammlungen einberufen und uns mit den direkt Betroffenen auseinandersetzen, sind die Meranerinnen und Meraner mittlerweile gewöhnt", so Bürgermeister Paul Rösch. "Das Problem ist aber, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die bei solchen öffentlichen Veranstaltungen nicht den Mut haben, sich zu Wort zu melden."

Der Bürgerrat im Rahmen der Neugestaltung der oberen Freiheitsstraße wird deshalb 32 Meranerinnen und Meraner umfassen, sieben davon sind Vertreter der direkt betroffenen Vereinigungen und Institutionen, also etwa der Kaufleute, der Bar- und Restaurantbetreiber, von Dienstleistern, Kulturschaffenden und Anrainern sowie des Stadttheater- und Kurhausvereins und der Kurverwaltung. "Die restlichen 25 Mitglieder des Bürgerrats werden nach dem Zufallsprinzip aus dem Melderegister gezogen und garantieren einen Querschnitt durch die gesamte Bevölkerung", erklärt Rösch.

Der Bürgerrat ist indes keine Erfindung Merans. "In Vorarlberg stehen Bürgerräte schon in der Verfassung: als Instrument der Bürgerbeteiligung an großen Projekten", so der Bürgermeister, der sich darüber freut, das Experiment nun auch in seiner Stadt zu wagen. "Ich bin sicher, es wird sich etablieren und wir werden in Zukunft immer wieder auf diese Form der Partizipation zurückgreifen", so Rösch.

VOX News Südtirol / ja

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