Gemeinde-Sperren sofort beenden

STF: "Sperrung von ganz Südtirol bereits geplant"

Die Entscheidung der Landesregierung, weitere Gemeinden wegen der südafrikanischen Corona-Mutation abzuriegeln sei völlig nutzlos und komme viel zu spät, so die Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendung an die Presse. Die Bevölkerung werde dadurch lediglich schikaniert und ganze Bezirke ins Chaos gestürzt. Die Landesregierung habe vollständig die Kontrolle verloren und treffe völlig falsche Entscheidungen. Aktuell sei am 22. Februar die Mitteilung gekommen, dass Landeshauptmann Kompatscher bereits die Sperrung von ganz Südtirol plane.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz forderten die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit sowie die Bezirksobleute und Gemeinderäte der betroffenen 'Mutations-Gebiete' eine sofortige Aufhebung der nutzlosen Sperren.

"Die Fehler, die jetzt gemacht werden, haben verheerende Folgen für das Gesundheitswesen, die Bürger und die Wirtschaft in Südtirol. Dieses Chaos muss sofort beendet werden! In einer gemeinsamen Pressekonferenz fordern die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit sowie die Bezirksobleute und Gemeinderäte der betroffenen 'Mutations-Gebiete' eine sofortige Aufhebung der nutzlosen Sperren", so die Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendug.

Kompatscher plant bereits die Sperrung von ganz Süd-Tirol

"Im Namen von Landeshauptmann Kompatscher darf ich Euch mitteilen, dass aufgrund weiterer Mutationen weitere Gemeinden abgeriegelt werden. Sollten die Eingrenzungen nicht mehr möglich sein, dann wird die Maßnahme ev auf den gesamten Bezirk / das ganze Land ausgedehnt." Dieses Schreiben sei am Wochenende unter anderem an SVP-Funktionäre verschickt worden und zeige, dass Landeshauptmann Kompatscher längst die Sperrung von ganz Südtirol plane. "Wieder einmal agiert Kompatscher im Alleingang, der Landtag wurde nicht einmal informiert", kritisiert die Süd-Tiroler Freiheit.

Seit Wochen warne die Süd-Tiroler Freiheit vor einer Ausbreitung der Corona-Mutationen und fordere die Sequenzierung der positiven Proben. Alles umsonst. Die Landesregierung habe alle Warnungen in den Wind geschlagen und die Süd-Tiroler Freiheit als "Hellseher" abgestempelt. Das räche sich nun, denn die Mutationen konnten sich durch die Untätigkeit der Landesregierung ungehindert verbreiten.

Zahlen und Fakten

Die Absperrung der betroffenen Gemeinden erfolge auf Grundlage von Corona-Proben, die vom 29. Jänner 2021 stammen, jedoch erst jetzt auf Mutationen untersucht worden seien. Seit dem 29. Jänner gebe es insgesamt 12.798 positive Corona-Proben, laut Auskunft der Landesregierung seien davon bisher jedoch nur 90 Proben auf Mutationen untersucht worden. Zu glauben, dass sich die Mutationen nicht längst auch auf andere Gemeinden ausgebreitet haben, sei fahrlässig und dumm.

Sequenzierungsangebote abgelehnt, "siamo in Italia, facciamo tutto in Italia"

Mehrfach haben Labors aus Nord- und Ost-Tirol ihre Unterstützung angeboten, da sie Mutationsanalysen innerhalb von 48 Stunden liefern können. Diese Angebote wurden vom Sanitätsbetrieb mit der Begründung abgelehnt "siamo in Italia, facciamo tutto in Italia". Genau so wurde es auch gemacht, die Proben wurden nach Rom geschickt, wo man nach über einem Monat noch immer auf eine Antwort wartet.

Chaos in Sperrgemeinden

Angekündigte Sperrungen ab Donnerstag, die dann doch erst ab Montag gelten, sodass die bereits gemachten Tests unzähliger Bürger ihre Gültigkeit verlieren; Apotheken, die nicht informiert wurden, wie die Tests abgerechnet werden; mediale Ankündigungen, dass keine weiteren Gemeinden gesperrt werden, nun wird aber sogar das ganze Passeiertal abgeriegelt; kein Test-Plan für Pendler; kein Impf-Plan für Mutations-Gemeinden; ein Test-Zwang für Bürger, während Militär und Polizei vom Test befreit sind: Ein einziges Chaos.

Warnung an Hotellerie und Gastronomie, so kein Tourismus

Das chaotische Corona-Management der Landesregierung habe verheerende Auswirkungen für die Wirtschaft. Unter diesen Umständen sei an einen Start des Tourismus im Frühjahr und an eine baldige Öffnung der Gastronomie nicht zu denken. Das ist die Wahrheit, die die Landesregierung den Betrieben verschweigt. Hinzu kommt der touristische Imageschaden, da Südtirol seit Wochen in den Medien als chaotisch und nun auch noch als Mutationsgebiet abgestempelt wird.

Gratis-Tests und Rückverfolgung

Dass es auch anders gehe, zeige der Bezirk Schwaz in Nord-Tirol. Ohne Zwang, ohne Gemeinde- und Bezirkssperren, ja sogar ohne Lockdown bekämpfe man dort aktuell erfolgreich die Corona-Mutationen. Anstatt chaotische Sperren zu verordnen und ganz Südtirol abzuriegeln, sollte die Landesregierung endlich die Rückverfolgung massiv ausbauen und den Bürgern gratis Testmöglichkeiten anbieten. In Nord-Tirol werden der Bevölkerung kostenlose Tests in Apotheken und Teststraßen sowie in Hunderten Arztpraxen der Hausärzte angeboten. Das funktioniere sehr gut und ohne Zwang.

VOX News Südtirol / nb