Umgang mit Behörden: Verlangen Sie Respekt!

Jeder von uns hat fast täglich mit der öffentlichen Verwaltung zu tun. Wer über seine Rechte im Umgang mit der Behörde Bescheid weiß, stärkt seine Selbstsicherheit und erleichtert sich so den Umgang mit dieser beträchtlich. Zu wissen, welches Ihre Rechte sind, beugt Missverständnissen und Konflikten vor und ist allemal ein gutes Gefühl. Sie müssen sich keine Unfreundlichkeiten gefallen lassen, kein herrische Art, keine Demütigungen, keine Unklarheiten. Sie haben ein Recht darauf, mit Achtung und Respekt behandelt zu werden. Ein öffentlich Bediensteter wird von der Öffentlichkeit bezahlt, also auch von Ihnen, und er ist zu Ihren Diensten da. Dass Sie wiederum dem Beamten mit sachlicher Höflichkeit gegenüber treten, dürfte selbstverständlich sein. Pflichten der Behörde im Umgang mit Ihnen:

  • Korrektheit und Höflichkeit gehören zu den Dienstpflichten eines Beamten. Sie haben Anrecht auf eine ordentliche Behandlung und gute und verständliche Beratung, ob persönlich, per Email oder am Telefon.
  • In Südtirol ist es Ihr Recht, Ihre Muttersprache zu sprechen und vom Beamten in dieser angesprochen und beraten zu werden. Zweisprachigkeit ist nicht umsonst Voraussetzung für eine Anstellung im öffentlichen Dienst.
  • Die Behörde hat die Pflicht zur Gleichbehandlung. Sollte sie bei zwei gleich gelagerten Fällen unterschiedlich handeln, ist dies zu begründen.
  • Sie haben auch der Behörde gegenüber ein Privatleben, das diese nichts angeht. Schon gar nicht darf diese Sie auf Grund von Ihrem persönlichen Leben und Ihren persönlichen Einstellungen diskriminieren oder schlechter behandeln, auch nicht unterschwellig. Keinesfalls darf die Behörde Informationen aus Ihrem Privatleben gegen Sie verwenden.
  • Die Behörde hat die Pflicht zur Verhältnismäßigkeit, das heißt, sie muss die richtige Maßnahme im rechten Ausmaß ergreifen. Welches diese Maßnahmen sind, wird die Behörde abzuschätzen wissen.
  • Beamte dürfen persönliche oder familiäre Interessen haben, aber nicht im Dienst. Niemand darf bevorzugt werden. Auch darf der Beamte sich nicht von politischem Druck beeinflussen lassen. Er hat die Pflicht zu Objektivitätt und Unparteilichkeit. Keinesfalls darf er seine Befugnisse missbrauchen.
  • Sie haben ein Recht darauf, vom Beamten zu erfahren, wie lange Ihr Verfahren dauern wird, wer es betreut und nach welchen Kriterien die Entscheidung getroffen wird. Sollten Sie das wünschen, ist die Behörde verpflichtet, Ihnen die Sie betreffenden Akten vorzulegen. Sie können auch eine Kopie von diesen verlangen.
  • Das Verfahren, mit dem Ihr Fall behandelt wird, und das Ergebnis müssen mit den diesbezüglichen Rechtsvorschriften übereinstimmen. Abgesehen davon haben Sie ein Recht darauf, dass Ihr Fall genau so behandelt wird, wie es bisher immer gehandhabt wurde.
  • Jede Maßnahme einer Behörde muss begründet sein und die Gründe müssen Ihnen rechtzeitig mitgeteilt werden. Die Behörde hat die Pflicht, Sie über den Verfahrenshergang und über Ihr Recht auf Selbstverteidigung genauestens zu informieren.
  • Alle Beamten unterliegen der Schweigepflicht. Was sie über Sie wissen, dürfen sie weder ihren Bekannten noch der Presse, auch nicht anderen Behörden oder Beamten verraten, die mit diesem Fall nichts zu tun haben.

(Quellenverweis: Inhalt entnommen aus der Broschüre "Ihr gutes Recht im Umgang mit Behörden", herausgegeben von der Volksanwaltschaft Südtirol)Unser Tipp: Stärken Sie Ihre Position, treten Sie selbstsicher auf, bleiben Sie sachlich und höflich. Sollte es dennoch zu Problemen mit einem öffentlichen Amt kommen, können Sie sich direkt an die Volksanwaltschaft wenden. Diese ist auf Ihrer Seite und wird versuchen, zwischen Ihnen und dem betreffenden Amt zu vermitteln und Ihnen zu Ihrem Recht zu verhelfen. VOX-NEWS-Südtirol-Quellenverweis:Volksanwaltschaft Südtirol Homepage: Volksanwaltschaft.bz.it Tel. 0471 946020 E-Mail: post@volksanwaltschaft.bz.it

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