Musikalisch begleitete Lesung von Kafkas Briefen

Ungewöhnliche Kombination aus Sprache und Musik

Krista Posch liest Briefe von Franz Kafka und wird dabei vom Signum String Quartet begleitet.

Der Vorteil einer "großen Hotelpension" seien "die großen freien Räume, das Zimmer selbst, der Speisesaal, die Vorhalle, selbst wenn man Bekannte hat, ist man frei", schreibt Franz Kafka am 6. April 1920 an seine Schwester Ottla. Vom 3. bis zum 10. April 1920 logiert der Kurgast im Grand Hotel Emma in Meran, bis er in die "Ottoburg" umzieht, wo er bis zu seiner Abreise am 27. Juni wohnt. Am 14. September – 100 Jahre nach Kafkas Aufenthalt in Meran - liest Krista Posch im Kursaal aus den Briefen, die Kafka in Meran für Milena Jesenská geschrieben hat. Unterstützt wird die Lesung vom Signum String Quartet mit einer Collage aus Musik, in der Sprache wie in einem Melodram zu einem Instrument wird. Wieviel Musik steckt in Kafkas Literatur? Das Signum String Quartet stellt diese Frage und unternimmt einen Streifzug durch die Quartettliteratur des 20. Jahrhunderts mit Musik von Janáček, Ives, Schnittke, Adès und Erwin Schulhoff, der dem elf Jahre älteren Kafka in ihrer gemeinsamen Heimatstadt Prag möglicherweise über den Weg gelaufen ist. Beginn: 20.30 Uhr.

Krista Posch wurde 1948 in Bozen geboren. Sie arbeitete vor ihrer Schauspielausbildung am Wiener Max Reinhardt Seminar als Sprecherin und Moderatorin beim Rai Sender Bozen und beim Bayerischen Rundfunk. Während ihrer Ausbildung spielte sie am Theater in der Josefstadt in Wien und trat in Filmen auf. Von 1982 bis 1986 war sie am Schauspielhaus in Düsseldorf und von 1986 bis 1991 am Bayerischen Staatsschauspiel München engagiert. Seit 1992 ist sie freischaffend und steht für Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.

Das Signum String Quartet hat durch seine mitreißend lebendigen Interpretationen ein Zeichen in der internationalen Quartettszene gesetzt und sich mit seinen Programmkonzeptionen als eines der profiliertesten Ensembles seiner Generation etabliert. Intensive Studien mit dem Alban Berg Quartet, dem Artemis Quartet und dem Melos Quartet sowie die Zusammenarbeit mit György Kurtág, Walter Levin, Alfred Brendel, Leon Fleisher und Jörg Widmann prägen die künstlerische Entwicklung des Signum String Quartetts, das zahlreiche Preise gewonnen hat. Die Diskographie des Ensembles belegt seine stilistische Bandbreite: Neben den Großen der Quartettliteratur finden sich hier auch Raritäten wie die Quartette Ludwig Thuilles und eine Einspielung mit Quartettsätzen.

VOX News Südtirol / nb

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