Besinnliches

Barbara-Tag: Blütenträume an Heilig Abend

Den Jüngeren unter uns wird der heutige Barbara-Tag nicht viel sagen, ist er doch etwas in Vergessenheit geraten: der Brauch, am heutigen 4. Dezember, dem Tag der Heiligen Barbara, daheim Zweige von Apfel, Kirsche oder Forsythien „einzufrischen“, auf dass diese dann an Heilig Abend blühen und die Wohnung schmücken.

Die blühenden Zweige sind ein Sinnbild für das erblühende Leben des Christkindl’s. Sie sollen uns auch Glück bringen für 2020. Der Brauch geht auf eine Überlieferung der Heiligen Barbara zurück, die übrigens Schutzpatronin der Geologen, Glöckner, Dachdecker, Artilleristen und Bergleute ist, außerdem Helferin bei Blitz- und Feuergefahr, der Gefangenen und Architekten.

Auf ihrem Weg ins Gefängnis soll die Märtyrerin mit ihrem Gewand an einem Kirschzweig hängen geblieben sein. Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an dem sie das Martyrium erlitt. “Du schienst tot, aber bist aufgeblüht zu schönem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde zu neuem, ewigem Leben erblühen”, soll die Heilige Barbara zu dem Zweig gesagt haben.

Mancherorts ist es Brauch, dass die jungen Mädchen jedem einzelnen Zweig den Namen eines Verehrers zuweisen. Der Zweig, der zuerst blüht, soll auf den zukünftigen Bräutigam hinweisen. Wollen Sie es versuchen? Barbarazweige waren aber auch Grundlage anderer Orakel, wie Ernteorakel, wo die Blütenanzahl die Erntegröße zeigte, sogar zur Vorhersage von Lottozahlen fanden (oder finden sie, wer weiß…) Anwendung.

Wer mag, kann sich laut Brauchtum auch einen ganzen Baum – oder einen Teil davon – in die Wohnung stellen. Das Obstgehölz in den eigenen vier Wänden darf sich dann Barbarabaum nennen oder Weihnachtsmaien.

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