Politik Südtirol

Italiens Kassenzettel-Lotterie verletzt Privatsphäre

Italien wird ab Januar 2020 eine Kassenzettel-Lotterie einführen. Der Staat will damit der Schwarzarbeit den Kampf ansagen. Ab einem Euro kann man mitmachen – also ab einem Kaffee. Will man am Gewinnspiel teilnehmen, muss man dem Betrieb seine Steuernummer mitteilen. Myriam Atz Tammerle, Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, schüttelt den Kopf. Für sie geht die neuste Steuerkontroll- und Steuerregulierungsmaßnahme des Steifelstaates zu weit. In einer Aussendung weist Atz Tammerle auf die Gefahren dieser Lotterie hin.

“Jeder Einzelne wird zum ‘gläsernen Menschen’, weil sich Gewohnheiten im Alltag bis ins kleinste Detail nachverfolgen lassen. Mit diesen Daten, die der Staat eventuell teuer weiterverkauft, können gezielte Werbeprofile erstellt werden. Es ist dies ein Gewinnspiel, bei dem nur der Staat gewinnt. Kunden und Unternehmen können nur verlieren, denn sie verlieren ihre Privatsphäre und werden mit unnötiger Bürokratie bestraft”, erklärt Atz Tammerle.

Bezahlt ein Kunde bargeldlos, wie Atz Tammerle erklärt, erhält er zusätzliche Boni für das Gewinnspiel. Die Landtagsabgeordnete findet, dass dies zu weit geht, denn Konsumenten würden damit geködert, noch mehr von ihrem privaten Kaufverhalten preiszugeben.

“Für Unternehmer bringt diese Lotterie einen erneuten Mehraufwand mit sich, da viele Kunden sich es nicht entgehen lassen werden, ihren Kassenzettel mit ihrer persönlichen Steuernummer versehen zu lassen, um am Gewinnspiel teilzunehmen”, warnt Atz Tammerle abschließend.

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