Politik Südtirol

Medizinstudium: Unverständnis für die jungen Grünen

Für Südtiroler Medizinstudenten gibt es in Österreich eine vorbehaltene Quote an Plätzen. Der Forderung von Zeno Oberkofler von den Jungen Grünen (im Bild rechts) nach einem ähnlichen Modell auch für Maturaabgänger von italienischen Oberschulen kann Peter Brachetti von der Süd-Tiroler Freiheit (im Bild links) nichts abgewinnen.

Zuvor haben die “Young Greens Southtyrol”, die Jugendbewegung der Südtiroler Grünen, die Gleichberechtigung bei der Vergabe der Studienplätze für Medizin in Österreich und mehr Wettbewerbsfähigkeit durch das Zusatzangebot der mehrsprachigen Schule gefordert.

Hintergrund dafür war, dass vor kurzem die Vertreter vieler Wirtschaftsverbände auf ein Problem aufmerksam gemacht haben, dass sowohl den öffentlichen als auch den privaten Wirtschaftssektor betrifft: den Mangel an mehrsprachigen Fachkräften in den Strukturen des Landes.

In einer Pressemitteilung ließ Zeno Oberkofler, Co-Sprecher der Young Greens Southtyrol, wissen, dass besonders in der Sanität der Mangel an zweisprachigen Ärzten ein Problem sei. Wenn man aber genau hinschauen würde, so Oberkofler, so würde man sehen, dass es heute noch Regelungen geben würde, die zur heutigen Situation beigetragen haben und es weiterhin tun würden. Um in Österreich Medizin zu studieren, gäbe es eine Quote von Plätzen, die vorrangig nur an Österreicher(innen) oder Südtiroler(innen) mit deutscher Matura vergeben werden würde. Aus dieser Quote würden auch alle Südtiroler herausfallen, die perfekte Deutschkenntnisse haben, zum Teil der deutschen Sprachgruppe zugehören, aber eine italienische Matura haben, so Oberkofler. All diese Südtiroler(innen) würden, wie all die anderen Studenten(innen) aus EU-Ländern, nur das Zugangsrecht auf 30 Prozent der Studienplätze haben. Was auch, so Oberkofler weiters, oft passiert würde, sei, dass gute Südtiroler Schüler(innen) letztendlich nur deswegen nicht aufgenommen werden könnten, weil sie eine italienische Matura haben würden.

Für Oberkofler sei dies ist eine Ungerechtigkeit, die viele junge Südtiroler(innen) betreffen würde und die man nicht einfach ignorieren könnte. “Angesichts des Ärztemangels wäre es doch nur wünschenswert, es motivierten Schüler(innen) mit italienischer Matura zu ermöglichen in Österreich zu studieren, um später als mehrsprachige Ärzte in Südtirol eine Arbeit zu finden.” argumentierte Zeno Oberkofler, Co-Sprecher der jungen Grünen in seiner Aussendung.

“Es ist Pflicht der Südtiroler und Österreichischen Politik diese Diskriminierung zu beenden, die dem Zusammenleben der Sprachgruppen und unserer Sanität schadet. Anstatt andauernd zu versuchen in der Sanität mit Tricks und Kniffen die Anforderung der Zweisprachigkeit zu umgehen, sollte man versuchen das System zu reformieren und es den Zeiten gerecht zu gestalten. Für ein besseres Zusammenleben und eine moderne Autonomie”, so Oberkofler.

Kritik von der Süd-Tiroler Freiheit

Kritik zu diesen Aussagen kommt nun von Seiten der Süd-Tiroler Freiheit. Hauptausschussmitglied Peter Brachetti spricht in diesem Zusammenhang von einer erneuten pro-Italien Politik der Grünen.

“Die Einführung der Südtiroler Quotenregel beim Medizinstudium in Österreich ist ein Entgegenkommen Österreichs, um zu gewährleisten, dass in Südtirol Ärzte angestellt werden, die Deutsch sprechen”, erklärt Brachetti und fügt hinzu: “Die Forderung der Grünen unterstreicht die nationalistischen Absichten dieser interethnischen Partei und ist in dieser Form nicht akzeptabel. Während sich die Grünen weltweit für Minderheitenschutz einsetzen, praktizieren die Grünen in Südtirol wieder einmal eine Pro-Italien-Politik”, kritisiert Brachetti abschließend.

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