Soziales Südtirol

Notarkammer stellt Ratgeber für Senioren vor

Geschützt in den Lebensabend: welche Möglichkeiten gibt es, wenn man sich eine Bleibe einrichten, einen Lebensunterhalt sichern oder über eine Leibrente verfügen will? Was oder welche Vertragsformen sind dafür vorgesehen? Was ist ein Co-Housing? Viele ältere Menschen müssen sich nicht nur mit gesundheitlichen Problemen beschäftigen, sondern auch rechtliche Angelegenheiten klären. Rechtsnormen sind oftmals kompliziert und schwer verständlich. Um diese verständlicher zu machen, veröffentlichte die Notarkammer Bozen die Broschüre “Tipps für Senioren” – sie wird am Wochenende als Zeitungsbeilage verteilt und liegt in den Südtiroler Notarkanzleien auf.

Die Broschüre “Tipps für Senioren” und deren Inhalte wurden am Mittwoch, 19. Juni, bei einer Pressekonferenz am Sitz der Notarkammer Bozen vorgestellt. Sie soll als Unterstützung und Leitfaden für ältere Menschen dienen. In einfacher und verständlicher Sprache werden komplizierte Rechtsnormen erklärt, die von großer Wichtigkeit sind – Nutzungs- und Wohnrecht, Verkauf des Eigentums unter Vorbehalt des Wohnrechts und Lebensversicherung sind nur einige der thematisierten Inhalte.

“Die Broschüre ist ein wichtiger Dienst für die Südtiroler Bürgerinnen und Bürger und wird in deutscher und italienischer Sprache kostenlos von der Notarkammer Bozen zur Verfügung gestellt”, so Walter Crepaz, Präsident der Notarkammer Bozen. Erarbeitet wurde der Leitfaden von der gesamtstaatlichen Notarkammer in Zusammenarbeit mit den wichtigsten Verbraucherschutz-Organisationen. Die Notarkammer Bozen adaptierte die Broschüre für die Südtiroler Bevölkerung und stellt sie nun auch in deutscher Sprache zur Verfügung. Sie kann bei der Notarkammer Bozen, in allen Südtiroler Notarkanzleien und bei der Verbraucherzentrale kostenlos abgeholt werden – zusätzlich wird sie an diesem Wochenende auch den großen Tageszeitungen “Dolomiten” und “Alto Adige” beigelegt. “Die Themen betreffen so viele Menschen, insbesondere den Teil der Bevölkerung, dem wir vieles verdanken und der nun den Lebenaben antritt. Darum haben wir uns bemüht, eine möglichst breite Verteilung zu erreichen”, so Crepaz. Natürlich kann man die Broschüren auch online abrufen – auf der Homepage der Notarkammer Bozen (www.notai.bz.it) oder der gesamtstaatlichen Notarkammer (www.notariato.it).

Die Bevölkerung Italiens hat das zweithöchste Durchschnittsalter der Welt – 22,6 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Italiens sind älter als 65 Jahre. In Südtirol ist die Lage ähnlich. Wer in den dritten Lebensabschnitt eintritt, dem stellen sich viele neue Fragen und Herausforderungen – und der Gesetzgeber sieht eine ganze Reihe von Rechtsinstrumenten vor, die hier hilfreich sind. Notar Peter Niederfriniger, Mitglied der Notarkammer Bozen, stellte die Inhalte bei der Pressekonferenz vor: Unter anderem geht es um die Themen lebenslängliche Leibrente, Unterhaltsvertrag, Schenkung mit Fürsorgepflicht oder Schenkung unter Auflage, lebenslängliche Anleihe mit hypothekarischer Sicherheit, Verkauf unter Vorbehalt des Nutzungs- oder Wohnrechts – aber auch um andere Instrumente wie Lebensversicherungen und Abtretung des Fünftels oder Co-Housing. Walther Andreaus, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale, begrüßte die Initiative der Notarkammer und verwies darauf, wie wichtig gerade im zunehmenden Alter eine korrekte und umfassende Information sei: “Gerade ältere Menschen laufen oftmals Gefahr, über den Tisch gezogen zu werden.”

Seit 2006 geben die gesamtstaatliche Notarkammer und die wichtigsten italienischen Verbraucherschutz-Organisationen Ratgeber-Broschüren heraus, die unter dem Titel “Wegweiser für den Bürger” erscheinen. Die neue Broschüre “Tipps für Senioren” ist bereits die 15. Ausgabe aus dieser Reihe. Ziel der Veröffentlichungen ist es, den Bürgerinnen und Bürgern Informationen zur Verfügung zu stellen, welche im Leben von großer Wichtigkeit sind: zum Beispiel Darlehen, Nachlässe, Wohnungskauf, Behindertenschutz, Senioren. Die Notarkammer Bozen ist bemüht, die Drucksorten auch für die Südtiroler Bevölkerung zugänglich zu machen und adaptiert sie in deutscher Sprache.

Im Bild: v.l. Notar Peter NIederfriniger, Walter Crepaz, Präsident der Notarkammer Bozen, Walther Andreaus, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol

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