Lokal Schlanders

Podiumsdiskussion: Marmortransport in Schlanders

Die Gemeinde Schlanders lädt am 13. Dezember zur Podiumsdiskussion und thematisiert alle derzeit in Gespräch stehenden Möglichkeiten den Göflaner Marmor ins Tal zu bringen. Hauptsache umweltschonend.

Seit Jahren wird im Vinschgau erbittert um den Marmortransport gestritten. Die Bruchbetreiber in Laas müssen entsprechend der behördlichen Auflagen den Marmor aus den im Laaser Tal befindlichen Brüchen über die bestehenden seil- und schienengebundenen Transportstrukturen ins Tal befördern. Und das gänzlich auf eigene Kosten. Völlig anders die Situation in Schlanders bzw. auf Göflaner Gemeinde bzw. Fraktionsgebiet. Die tonnenschweren Marmorblöcke vom Göflaner Mitterwandlbruch werden per Lkw über kurvenreiche Forst- und Gemeindestraßen nach Göflan und dann weiter durch Schlanders zum Göflaner Marmorwerk transportiert. Die entsprechenden Transporte werden von der Gemeinde Schlanders in Auftrag geben und bezahlt. Der Bruchbetreiber in Göflan beteiligt sich mit einem Zuschuss von 60 Euro pro abtransportieren Kubikmeter Marmor an den Aufwandskosten der Marktgemeinde. Die Laaser Bruchbetreiber, welche für den Marmorabtransport aus ihren Brüchen an die Schrägbahn gebunden sind, sehen in dieser Bevorzugung eine Benachteiligung. Losgelöst von der möglichen Wettbewerbsverzerrung stellt sich auch die Frage, wie umweltbelastend der Abtransport über herkömmliche Diesel-betriebene Lkws ist. Schließlich befinden sich sämtliche Marmorbrüche im Silfser Joch Nationalpark. Das Land Südtirol möchte den Marmortransport in Zukunft nachhaltiger und umweltschonender machen. Landesrat Schuler (wir berichteten) möchte in Zukunft den Abtransport des Laaser und Göflaner Marmors nach modernsten Technologien und mittels wasserstoffbetriebener Transportfahrzeuge über die Straße organisieren. Doch sind wasserstoffbetriebene das Allerheilsmittel? Bereits 2012 hat die Fraktion Göflan bei der Wiener RaumUmwelt Planungs-GmbH eine Studie in Auftrag gegeben, welche 2017 um die Varianten Elektro-Lkw und Materialseilbahn ergänzt und überarbeitet wurde. Jedenfalls das Land befürwortet den Transprot über Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenfahrzeuge, die Gemeinde Schlanders scheint eher zu Elektro-Lkws zu tendieren, Burkhard Pohl von der Göflaner Marmor GmbH hat sich kurz vor den Landtagswahlen in einer eigenen Aussendung gar für die Materialseilbahn als bevorzugte Lösung ausgesprochen. Nun organisiert die Gemeinde Schlanders am Donnerstag, 13. Dezember 2018, mit Beginn um 19 Uhr, im Kulturhaus „Karl Schönherr“, eine Podiumsdiskussion, bei welcher fünf Experten über Vor- und Nachteile von Elektro-, Wasserstoff-, Gas-, Dieselantrieb und Materialseilbahn diskutieren. Durch den Abend führt der ehemalige RAI-Chefredakteur Hansjörg Kucera.

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