Politik Südtirol

Warnschilder auf Baustellen verletzen Sprachgebrauch

Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert das Regierungskommissariat in Bozen für die Fehlinterpretation von Sprachbestimmungen in Südtirol. Anlass dazu geben Gefahrenhinweise, angebracht an einer Baustelle am Bozner Domplatz, welche nur in italienischer Sprache angebracht wurden. Die STF-Landtagsabgeordnete Myriam Atz Tammerle bezeichnet die Warnhinweise auf der Baustelle als unzureichend und frägt sich einmal mehr: “Sind Deutsche und Ladiner Bürger zweiter Klasse?”

“Wie viel Ahnung das Regierungskommissariat von den geltenden Gesetzen hat, zeigt ein Beispiel am Bozner Domplatz: Bis dato fehlen bei einer gefährlichen Baustelle direkt neben der Straße wichtige Gefahrenhinweise”, kritisiert Myriam Atz Tammerle einleitend in ihrer Aussendung. Dies trotz mehrmaliger Intervention ihrerseits, wie Atz Tammerle festhält. Sie sagt, es habe sich nun herausgestellt, dass das Regierungskommissariat die Gesetze fehlinterpretiert und somit auch in der Vergangenheit bei zahlreichen Missachtungen nicht ausreichend gehandelt hat.

“Vorsicht, vor herunterfallenden Materialien!”, “Achtung, schwebende Lasten!” und deshalb sollen “Fußgänger an der linken Seite vorbeigehen!” – diese wichtigen Gefahrenhinweise fehlen laut Atz Tammerle immer noch auf der Baustelle. Da das Regierungskommissariat für die Überprüfung und Sanktionierung von derartigen Gesetzwidrigkeiten verantwortlich ist, hat Atz Tammerle in den letzten Monaten sowohl beim Regierungskommissär als auch bei der Gemeinde Bozen reklamiert – ohne Erfolg, wie sie wissen lässt.

“Als sich herausgestellt hat, dass diese beiden Aufsichtsbehörden die Gesetze falsch angewandt haben, hat die Landtagsabgeordnete die Beschwerdestelle des Landes kontaktiert, woraufhin Landeshauptmann Kompatscher den Bozner Bürgermeister schriftlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Gefahrenhinweise sehr wohl zweisprachig angebracht werden müssen”, so die STF-Landtagsabgeordnete.

“Derartige diskriminierende Vorkommnisse gegenüber der deutschen und ladinischen Volksgruppe können nur verhindert werden, so Atz Tammerle abschließend in ihrer Aussendung, wenn die Zuständigkeit zur Einhaltung von Zweisprachigkeitsbestimmungen, wie sie im Autonomiestatut verankert sind, vom Regierungskommissariat direkt an den Landeshauptmann übertragen wird.”

Die Baustelle am Bozner Domplatz. Nur einsprachige (italienische) Schilder weißen auf die Gefahren hin.
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VOX-NEWS-Südtirol-Quellenverweis:
Das Schreiben des Landeshauptmannes Arno Kompatscher an den Bozner Bürgermeister – zur Ansicht: hier

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